„Das ist ein Gewinn für die Schule“

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Artikel vom 17. November 2017 in der MOZ → von Janet Neiser

DÖRTE FIEDLER, LEITERIN DER KATHOLISCHEN GRUNDSCHULE IN NEUZELLE, SPRICHT ÜBER DEN NEUEN RELIGIONSLEHRER

(MOZ) Es ist viel passiert in diesem Jahr an der katholischen Grundschule in Neuzelle. Das grüne Klassenzimmer und ein Schulanbau konnten eingeweiht werden. Die Schule erhielt einen richtigen Namen und hat seit einigen Wochen einen neuen Religionslehrer. Janet Neiser sprach darüber mit Schulleiterin Dörte Fiedler.

Frau Fiedler, manch einer hat es vielleicht noch gar nicht mitbekommen, aber ihre Schule trägt seit diesem Schuljahr den Namen „Pfarrer Florian Birnbach“. Warum?

Florian Birnbach hat vor 175 Jahren eine Bildungseinrichtung in Neuzelle gegründet. Ihm lag die Bildung der Kinder am Herzen. Aus diesem Grund haben wir unsere Schule nach ihm benannt. Der Name ist Programm und gleichzeitig Herausforderung.

Seit diesem Schuljahr ist Pater Philemon, einer der Zisterziensermönche, bei Ihnen Religionslehrer. Wie kam es denn dazu?

Pater Philemon war schon mal im Juni hier. Da haben er und die anderen Mönche sich die Schule angeschaut. Und es war dann relativ schnell klar, dass er Religion bei uns unterrichten wird. Das war übrigens auch eine glückliche Fügung. Denn unsere vorherige Religionslehrerin hatte einen neuen Job in Cottbus angenommen, sodass die Stelle eh frei gewesen wäre.

Unterrichtet Pater Philemon noch andere Fächer?

Nein, nur Religion.

Bei Ihnen ist das ein Pflichtfach, richtig?

Ja, es wird von der ersten Klasse an mit einer Wochenstunde unterrichtet. Und in der fünften und sechsten Klasse ersetzt Religion auch Leben-Ethik-Religion. Pater Philemon unterrichtet insgesamt acht Klassen.

Wird er von der St. Florian-Stiftung bezahlt?

Nein, katholische Religionslehrer bekommen ihr Geld vom bischöflichen Ordinariat. Und dieses wiederum erhält finanzielle Mittel vom Land Brandenburg, weil es um Schulunterricht geht.

Wie ist Ihr bisheriger Eindruck von Pater Philemons Unterricht?

Er hat auf Lehramt studiert und sein Referendariat gemacht, bevor er ins Kloster gegangen ist. Das finde ich sehr gut. Er bringt eine sehr hohe Qualifikation mit, um den Religionsunterricht abzudecken. Das ist ein Gewinn für unsere Schule – methodisch und didaktisch.

Wie waren die ersten Reaktionen?

Die Reaktionen der Kinder sind positiv. Sie finden es auch toll, dass sie von einem Mann unterrichtet werden – das ist im Grundschulbereich eher selten. Pater Philemon hat zudem eine ruhige Art, Wissen zu vermitteln. Die Schüler können viele Fragen stellen. Und Eltern haben ebenfalls erzählt, dass ihren Kindern der Religionsunterricht gefällt. Anfangs gab es auch die Frage, ob die Kinder jetzt gezwungen werden zu beten. Aber dem ist natürlich nicht so. Das ist ihnen freigestellt. Unsere Schule ist eine christlich orientierte Schule. Wir stehen zu unseren christlichen Werten, aber eine konfessionelle Bindung ist keine Voraussetzung, um bei uns zu lernen.

Tag der offenen Tür an der katholischen Grundschule Neuzelle, mit Ausstellung zum Geschichtsprojekt, Kinderführungen, Schülercafé, kreativen Angeboten, Sa, 9 bis 12 Uhr, Frankfurter Str. 3a