Maria, Mutter, Friedenshort

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ALS NACH DEM KRIEG für viele Menschen die schlesischen Wallfahrtsorte nicht mehr erreichbar waren, ist Neuzelle in den 1940er Jahren zum neuen Wallfahrtsort geworden. Bis heute ist es der Wallfahrtsort des Bistums Görlitz. Im Jahr 1948 hat der Görlitzer Künstler Georg Schröter das rührende Neuzeller Wallfahrtslied „Maria, Mutter, Friedenshort“ geschrieben. Seit dem Rosenkranzfest (7. Oktober) wird es auch von unseren Heiligenkreuzer Mitbrüdern im Wienerwald gesungen.

Letzte Woche haben wir in der Neuzeller Kirche eine Aufnahme gemacht: P. Simeon spielt die Orgel, P. Philemon, Fr. Aloysius und P. Kilian singen. – „Wenn deine Bitte mit uns fleht, kann sich dein Sohn uns nicht verschließen!“

Maria, Mutter, Friedenshort, wir kommen in bedrängten Tagen
und bitten dich, ein Mutterwort für uns bei deinem Sohn zu sagen.

Sei du um uns wie ein Gebet, vor dem die Stürme knien müssen.
Wenn deine Bitte mit uns fleht, kann sich dein Sohn uns nicht verschließen.

Du weißt, was uns im Herzen bebt an gläubigem und kühnem Wagen.
Wenn deine Hand die Schatten hebt, wird uns ein Fest der Gnaden tragen.

Dein Haus ist wie ein Lobgesang, in dem die stummen Steine beten.
All unser Bitten wird zum Dank und schweigt von seinen dunklen Nöten.

Dein Mantel ist ein goldnes Zelt, gewebt von mütterlicher Liebe.
Breit ihn als Heimat um die Welt, dass keiner ohne Mutter bliebe.

Dein Kind ist unser Himmelreich, das Licht von tausend klaren Sonnen
kommt doch nicht seinem Glanze gleich, sein Herz verschenkt uns alle Wonnen.

Gib, daß wir unser Pilgersein in deines Kindes Licht vollenden.
Hüll uns in deinen Mantel ein und führe uns an deinen Händen.

Maria, Mutter, Königin, im Jubel der erlösten Chöre gibt unser Herz als Lied sich hin:
dir, Mutter, und dem Sohn zur Ehre.

Text: Georg Schröter 1948, Melodie: Adolf Lohmann 1948