und ausser beten?

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Was machen Mönche eigentlich den ganzen Tag über?

Die Antwort ist: Das kommt darauf an. Auf jeden Fall ist das Gemeinschaftsleben im Chorgebet und zu den Mahlzeiten prägend. Nach der Benediktsregel gehört aber die ARBEIT ganz wesentlich zum alltäglichen Leben der Mönche dazu – außer an Sonn- und Feiertagen. Aber auch die LECTIO DIVINA (geistliche Lesung) ist täglicher Bestandteil unseres Lebens. Man liest in der Bibel oder auch in Büchern über geistliche Dinge. Nebenbei kann man aber auch „ganz normale“ Bücher lesen. Nur sollten sie grundsätzlich eher aufbauend und nicht im Widerspruch zu unserer Lebensform stehen. Horror-Romane sind also eher nicht unter den Leseempfehlungen für Mönche.

Jeder Mönch bekommt vom Abt ein OFFICIUM (Amt, Aufgabe) zugeteilt, um das er sich zu kümmern hat. Zum Beispiel den Dienst in der SAKRISTEI, als KANTOR, in der KÜCHE, im GARTEN oder auch in der VERWALTUNG des Klosters. Meistens bekommt man mehrere Officien aufgetragen, je nach den Kapazitäten und Fähigkeiten.

Klöster sind immer Orte der Gastfreundschaft. Daher ist eines der wichtigsten Officien im Kloster das des GASTMEISTERS. Über die Aufnahme der Gäste steht sogar ein eigenes Kapitel in der Benediktsregel. Dort heißt es: „Alle Gäste, die kommen, sollen aufgenommen werden wie Christus.“ (Benediktsregel, 53. Kapitel).

In Heiligenkreuz betreiben wir seit dem 18. Jahrhundert infolge des Josephinismus auch die PFARRSEELSORGE. Das wäre auch in Neuzelle ein ganz wichtiges Arbeitsfeld, mit allen Ausprägungen: Wallfahrt, Jugend, Familien, Gebetskreise – was da eben so anfällt.

Wir SINGEN auch viel, besonders den Gregorianischen Choral. In den letzten Jahren haben wir einige CDs aufgenommen. Eine Aufnahme macht dann zwar erstmal nur ein paar Tage sehr viel Arbeit. Weil dadurch aber wieder viele Menschen aufmerksam werden, kommen wiederum Gäste. Die Pressekontakte müssen koordiniert werden. Und manchmal darf man dann sogar ins Heilige Land reisen:

Unser wichtigstes Officium aber bleibt die Feier des Chorgebets und der Heiligen Messe. Man nennt das das OFFICIUM DIVINUM, also den Gottesdienst.

Ihm sollen die Mönche überhaupt gar nichts vorziehen, ermahnt uns der Heilige Benedikt.