„Weiter intensive Gespräche über Klostergründung in Neuzelle“

Standard

Artikel vom 21. März 2018 auf kathpress→:

Die aus dem Wienerwaldstift Heiligenkreuz in das ostdeutsche Kloster Neuzelle entsendeten Zisterziensermönche warten weiter auf eine verbindliche Rahmenvereinbarung über eine dauerhafte Unterkunft. Dazu liefen derzeit jedoch intensive Gespräche, wie Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch jetzt nach einem Spitzengespräch mit Kirchen- und Politik-Vertretern in Neuzelle betonte.
Die Vorsitzende der landeseigenen Stiftung Stift Neuzelle bekräftigte zugleich den Plan, dem Orden das sanierungsbedürftige Kanzleigebäude des Klosters zeitlich unbegrenzt zur Verfügung zu stellen. Nach 200 Jahren Abwesenheit wollen die Zisterzienser am 2. September in Neuzelle ein Priorat mit bis zu acht Mönchen gründen.

An dem Treffen über das weitere Vorgehen in Neuzelle nahmen am Dienstag Spitzenvertreter des Landes sowie der Erzdiözese Berlin und der Diözese Görlitz teil, die Gebietsanteile in Brandenburg haben. Ministerin Münch erklärte danach, die Stiftung Stift Neuzelle sei in der Pflicht, die Außensanierung des derzeit teilweise baupolizeilich gesperrten Kanzleigebäudes zu leisten. Die Kirche werde die Innensanierung übernehmen. Die Sanierung werde voraussichtlich aber über das Jahr 2020 hinaus dauern. Für die derzeitigen Nutzer des nicht gesperrten Gebäudeteils, eine private Musikschule und die Neuzeller Forstverwaltung, müssten andere Räumlichkeiten gefunden werden.

Auf Einladung des Görlitzer Bischofs Wolfgang Ipolt waren im vergangenen August Zisterzienser aus der Abtei Heiligenkreuz nach Neuzelle gekommen, um den Klosterstandort wieder zu besiedeln. Die derzeit drei Ordensleute wohnen übergangsweise im katholischen Pfarrhaus.

Ipolt kündigte die Gründung einer Kirchenstiftung für das bewegliche Inventar der Neuzeller Klosterkirche an. Deren Stiftungsrat würden auch staatliche Vertreter angehören. Die Immobilien des früheren Kloster hatte Preußen im Jahr 1817 verstaatlicht. Sie sind heute im Besitz der Stiftung Stift Neuzelle. Die Eigentumsrechte am beweglichen Inventar der Klosterkirche waren zwischen Stiftung und der Diözese Görlitz bislang strittig.